Warum der erste Film entstand

Dieses Szenario findet man in vielen Pflegeheimen: mehrere Bewohner sitzen vor einem Fernseher, aber nur einzelne schauen sich bewusst die Sendung an. Einige brabbeln vor sich hin, nesteln an ihrer Kleidung oder anderen Dingen herum, andere dösen oder starren teilnahmslos vor sich hin. Sie nehmen den laufenden Fernseher überhaupt nicht wahr.

 

Menschen, die an Demenz erkrankt sind, können den beschleunigten Schnittfolgen und den schnellen Kommentaren in den modernen Filmen nicht mehr folgen. Sie sind durch die Reizüberflutung überfordert und reagieren mit Unruhe oder verfallen wieder in Lethargie.

Trotzdem wird immer wieder der Fernseher als Beschäftigungsangebot eingesetzt. 

Das Angebot der TV-Programme ist nicht auf Menschen mit eingeschränkten kognitiven Fähigkeiten abgestimmt. So kommt es statt zur Förderung zu einer Überforderung und anhaltenden Reizüberflutung mit einem ungünstigen Effekt auf den Krankheitsverlauf.

Die Folge der Überforderung ist eher Resignation und weiterer Rückzug.

 

Dann kam der entscheidende Punkt: 

Während einer Fortbildung mit dem Demenz Experten Herrn Müller-Hergl. Ich sprach mit ihm über eine Bewohnerin, die mir Kopfzerbrechen bereitete, da sie ständig nach ihrem Sohn rief. Sie ließ sich in diesem Stadium kaum beruhigen oder ablenken.  Er fragte mich nach ihren Lieblingstätigkeiten: fernsehen. Er riet mir, ihr Bilder oder ein kleines Video von ihrem Sohn zu zeigen, was sie vielleicht beruhigen könnte. Schade, der Sohn war leider nicht bereit, ein kleines Filmchen mit mir zu drehen.

Aber so kam mir die Idee, selbst eine Fotoshow zu entwickeln. Ich ging mit meinen Hunden los, machte hunderte von Fotos, kleine Videos und fügte die besten in einer Fotoshow zusammen. 

Ich war sehr gespannt, wie die Bewohner bei der Präsentation reagieren würden. Es war beeindruckend! Sie sahen gebannt auf den Bildschirm, das Interesse hielt an. Besonders aufmerksam wurden die Bewohner, wenn Hundegebell und Naturgeräusche zu hören waren oder sie meine Stimme hörten, die sie ja kannten. Sie vergaßen einige Zeit alles um sich herum.

Dieser Erfolg ließ mich weitermachen, ich produzierte noch weitere Filme, verbesserte die Bildfolgen und die Hintergrundmusik. Der Aufwand hat sich gelohnt. Viele summten die Lieder, die ich eingespielt hatte, mit. Die Bewohner genossen Entspannung - und auch das Pflegepersonal -  vergaßen ihre Leiden und waren sinnvoll beschäftigt. Das war mein Ziel. 

In den vier Fotoshows zeige ich Spaziergänge mit den Hunden Lucky und Logan - die immer wieder auftauchen und so einen Wiedererkennungswert haben. Ich zeige die Natur in den vier Jahreszeiten.

Mir waren langsame Bildfolgen, wenig oder gar keine Dialoge , kleine Videos und wechselnde Musikeinspielungen - mal ruhig, man zum Mitsummen - wichtig, um nicht zu überfordern, aber auch um die Aufmerksamkeit zu erhalten. Die Fotoshow wird den an Demenz Erkrankten die Natur, die Jahreszeiten nahebringen, an eigene Spaziergänge mit oder ohne Hund erinnern.

Die Filme sind nicht nur zum Anschauen gedacht, sondern es können auch kleine Beschäftigungen damit durchgeführt werden. Es besteht die Möglichkeit, die Show zu einzelnen Bildern jederzeit anzuhalten. Nun könnte man Fragen an den Erkrankten stellen, was er auf den Fotos sieht, ob er das Gezeigte kennt und viele weitere Gesprächsmöglichkeiten.  Diese Beschäftigung aktiviert das Gedächtnis, fördert das Erinnerungsvermögen und regt zum Gespräch an.

 

Das Angebot meiner Filme finden Sie auf der Seite "Filmauswahl und Darstellersteam"

 

           

 

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